Bildrauschen entfernen (Photoshop CS)

Bildrauschen ist ein Phänomen der Digitalfotografie, das auftritt, wenn mit hohen ISO-Werten und/oder langen Belichtungszeiten fotografiert wird. Auch hohe Temperaturen können Bildrauschen hervorrufen. Das Rauschen äußert sich in auffallend abweichenden Pixeln in homogenen Flächen. In der Regel ist es störend und kann ein Bild sogar ruinieren.

Das beste Mittel gegen Bildrauschen ist es, die genannten Ursachen des Rauschens zu vermeiden. Das nachträgliche Entfernen des Rauschens ist sehr aufwendig und führt häufig nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen. Wer ohne teures Plug-In mit Photoshop den Kampf gegen das Rauschen aufnehmen will, kann folgendes versuchen.

1. Schritt

Mein Beispiel ist ein Ausschnitt in Originalgröße aus einem bei Nacht ohne Blitzlicht aufgenommen Foto mit einer ISO-Geschwindigkeit von 1250 bei einer Belichtungszeit von 1/40 Sek. und einer Blende f/4. Die roten und grünen Farbkleckse sind trotz der JPEG-Komprimierung noch deutlich zu erkennen.

Im ersten Schritt der Bearbeitung wird das Bild in den Lab-Modus umgewandelt (Befehl: Bild > Modus > Lab-Farbe). Im Lab-Farbmodus sind die Helligkeitsinformationen von den Farbinformationen getrennt. Im L-Kanal (Photoshop: "Lab-Helligkeit") sind die Helligkeitsinformationen gespeichert, während der a-Kanal die Farben von Rot nach Grün und der b-Kanal die Farben von Gelb nach Blau beschreibt.

2. Schritt

Nach der Umwandlung in den Lab-Modus kann zunächst das reine Farbrauschen in Angriff genommen werden. Mit Farbrauschen sind die Pixel gemeint, die nicht die richtige Farbe haben. Diese Pixel sind im a- und b-Kanal deutlich zu erkennen. Klicken sie dazu in der Kanälepalette auf den a- bzw. b-Kanal.

  • a-Kanal
  • b-Kanal

In meinem Beispiel ist besonders im a-Kanal die körnige Struktur deutlich zu erkennen. Sie ruft die roten und grünen Kleckse im Foto hervor.

Auch wenn es brutal klingt, mit dem Gaußschen Weichzeichner (Befehl: Filter > Weichzeichner > Gaußscher Weichzeichner...) sind die beiden Farbkanäle nun so zu bearbeiten, dass die Strukturen im a- und b-Kanal verschwinden. Mit welchem Radius dabei zu arbeiten ist, hängt von dem vorhandenen Farbrauschen ab. Je höher der Wert, um so stärker wird das Farbrauschen entfernt. Beginnen Sie mit einem Radius von 1 Pixel und beobachten Sie die Folgen in der Vorschau. In meinem Beispiel habe ich in beiden Farbkanälen den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von 5 Pixel angewandt.

3. Schritt

L-Kanal

Bis hierhin konnte nicht nur das Farbrauschen beseitigt, sondern sogar eine Verbesserung der realen Qualität der Bilddaten ereicht werden. Die wirklichen Probleme tauchen erst jetzt beim Helligkeitrauschen auf. Beim Helligkeitrauschen weichen Pixel in ihrer Helligkeit von ihrer Umgebung ab. Im L-Kanal wird dieses Rauschen deutlich.

Soll das Helligkeitsrauschen nicht äquivalent zum Filmkorn als Stilmittel eingesetzt werden, kann es nur zu Lasten der Bildschärfe gemildert werden. Würde der Gaußsche Weichzeichner wie oben auch auf den L-Kanal angewandt werden, würde das gesamte Bild weichgezeichnet werden.

Anstatt eines Weichzeichners wird auf den L-Kanal ein Filter angewandt, der Störungen beseitigt. In Photoshop CS bietet sich der Filter "Staub und Kratzer" an (Befehl: Filter > Störungsfilter > Staub und Kratzer...). Nutzer von Photoshop CS2 sollten den Filter "Störungen reduzieren" probieren.

Alle diese Filter gehen jedoch zu Lasten der Bildschärfe. Die Kunst besteht darin, eine Einstellung zu finden, die das Rauschen weitgehend beseitigt, ohne dass die Schärfe allzu sehr leidet.

Um in der Vorschau die Resultate besser beurteilen zu können, empfielt es sich, in der Kanälepalette nach der Auswahl des L-Kanals zur Bearbeitung das Augensymbol neben dem Lab-Kanal anzuklicken. So kann in der Vorschau das gesamte Bild beurteilt werden.

In meinem Beispiel habe ich auf den L-Kanal den Filter "Staub und Kratzer" mit einem Radius von 2 Pixel und einem Schwellenwert von 4 Stufen angewandt.

Das Ergebnis

Mit dieser Methode lässt sich vielleicht das eine oder andere verrauschte Bild noch retten. Da die digitale Bildbearbeitung das Bildrauschen noch deutlich verstärken kann, sollten Sie mit dieser Methode Ihre Bearbeitung beginnen.

Mein Beispiel habe ich in den RGB-Modus zurück umgewandelt und noch mit dem USM-Filter nachgeschärft. Wenn Sie mit ihrer Maus über das Bild rechts fahren, können Sie den Unterschied zum Ausgangsbild noch einmal direkt vergleichen.

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